10 Dinge, die ihr kostenlos in Vancouver unternehmen könnt (und die Einheimische tatsächlich empfehlen)

Der moderne Reisende will abseits der Touristenpfade wandern. Das ultimative Ziel ist es, für kurze Zeit ein Bürger der jeweiligen Stadt zu werden. Deshalb bucht man ein Airbnb, kauft eine Karte für die öffentlichen Verkehrsmittel und speist im Imbiss um die Ecke. Warum solltest man also nun in puncto Sehenswürdigkeiten einen Kompromiss eingehen?

Wenn du in Vancouver eintauchen möchtest und nach kostenfreien Aktivitäten suchst, dann willst du wahrscheinlich nicht in Costco (dem nordamerikanischen Pendant zu Metro) Probierhäppchen verköstigen oder ein kostenfreies Makeover bei MAC ergattern (sowie es andere Seiten vorschlagen). Schließlich hat das nicht wirklich etwas mit der Kultur dieser Stadt zu tun.

Anstatt dessen, “When in Vancouver, do as the Vancouverites.”  Hier ist eine Liste, die dir genau dabei helfen kann. Tauche ein, sei ein Einheimischer. Das Beste daran – du kannst dein Portemonnaie zu Hause lassen, denn diese Aktivitäten kosten keinen Cent.

Seawall at Stanley Park, Vancouver.1. Der Klassiker – Spaziere auf der Seawall. Dies ist ein absolutes Muss, wenn du es wie ein Vancouverite halten willst. Ob Sonnenschein oder Regen,  auf der Seawall ist immer Trubel. Kanadier lieben es, im Freien aktiv zu sein und die Seawall, welche sich um den 405 Hektar großen Stanley Park schlängelt, hat einiges zu bieten. Ob spazierend, laufend oder auf dem Fahrrad, sehen und gesehen werden ist hier das Motto. Und wer genug vom hektischen Treiben hat, der begibt sich auf einen der Wanderwege im Inneren des Parks. Genieße den Sonnenuntergang an einem der drei Strände und verpasse auf keinen Fall die Totem Pfähle am östlichen Eingang des Parks. Nimm Wegzehrung mit, denn es dauert circa 2 – 2,5 Stunden den Stanley Park Teil der Seawall abzulaufen.

2. Ganz großes Kino – das Stanley Park Summer Cinema. Hast du Lust in einer lauen Sommernacht mit etwa 2000 anderen Leuten einen Blockbuster zu schauen? Dann bist du hier richtig! Im Juli und August wird jeden Dienstagabend eine große Leinwand aufgebaut, um erstklassige Unterhaltung an das Publikum zu liefern. Natürlich dürfen dabei Imbisswagen, Verlosung und anders Spektakel nicht fehlen. Das Beste daran – es ist kostenlos! Bring eine Decke zum Sitzen und warme Kleidung mit, denn sobald die Sonne weg ist, wird es kühl. Sichere dir früh einen guten Platz, denn die Wiese füllt sich schnell.

3. Entdecke die Kunstszene – Bewundere Bilder weltbekannter Künstler während du durch architektonische Meisterwerke streifst. VanArtGalleryDie Vancouver Art Gallery stellt internationale wie lokale Künstler, zeitgenössische wie klassische Kunstwerke aus. Momentan sind hier mehrere Ausstellungen von Claude Monet bis ‘Pictures from Here’ zu Gast. Bill Reid GalleryDie Galerie bietet dienstagabends von 17 Uhr bis 21 Uhr freien Eintritt gegen eine kleine  Spende an. Es lohnt sich bereits gegen 15:30 Uhr zu kommen,  wenn weltbekannte Künstler wie Monet Teil der Ausstellung sind. Sonst riskiert man, bis zur nächsten Straßenecke Schlange zu stehen. Direkt gegenüber von der Art Galerie befindet sich die Bill Reid Gallery, welche jeden Freitag von 14 Uhr bis 17 Uhr freien Eintritt gewährt. Bill Reid war ein hoch angesehener hiesiger First Nations-Künstler. Seine Werke werden unter anderem im Flughafen von Vancouver ausgestellt.

Bowen Island4. Mach einen Ausflug – Bowen Island (auch die ‘Happy Isle’ genannt), einst ein Hippie-Nest, ist heute beliebtes Ausflugsziel für Einheimische. Die beschauliche Insel ist nur eine zwanzigminütige Fährfahrt von Vancouver entfernt und bietet großartige Wanderwege und Strände (für die Sparsamen). Man kann aber auch Kayaks, Paddle Boards oder Fahrräder mieten und auf weitere Erkundungstouren gehen. Direkt beim Fähranleger in Snug Cove kann man sich in einem der gemütlichen Cafés oder der örtlichen Bücherei ausruhen, welche sich im denkmalgeschützten Gebäude des alten General Stores befindet. Im Bowen Island Museum geht es dann weiter auf die Spuren der Geschichte dieser Insel vom Stamm der Squamish zu einer Künstlerkolonie (Eintritt gegen eine kleine Spende). Die Fähre ab Horseshoe Bay Terminal nach Bowen Island geht jede Stunde und kann von Vancouver Downtown leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden. Fahr früh am Morgen und komm mit der letzten Fähre abends zurück, wenn du mit kleinem Budget reist, denn die Unterkünfte hier sind ziemlich teuer. Zudem kann das Auto auf dem Festland bleiben, denn man kann einen Großteil der Insel zu Fuß entdecken. Hin- und Rückfahrt kosten für Fußpassagiere insgesamt $12.

5. Ein bisschen Kultur gefällig? – Die Zentrale der Vancouver Public Library in Downtown Vancouver ist allein aufgrund ihrer Architektur einen Besuch wert, sie bietet darüber hinaus aber auch viele kostenfreie Veranstaltungen an. Von Filmvorstellungen und Autorenlesung zu Schreibwerkstätten, Traumjob-Foren und Camping-Kursen, das Angebot ist vielseitig. Auf sechs Etagen voll mit Büchern, Magazinen und Zeitungen kann man auf Schatzsuche gehen. Die Zentralbücherei bietet Printmedien in vielen Fremdsprachen, unter anderem auch Deutsch, an. Wenn man mindestens zwölf Monate in Kanada lebt, kann man hier eine Leihkarte beantragen – kostenlos natürlich. Library

6. Greif nach den Sternen – Blicke in Vancouvers Nachthimmel und lasse dich von der Weite des Universums faszinieren. Keine Angst, falls du kein geübter Astronom bist – die Mitarbeiter erklären einem gerne, was man da eigentlich gerade sieht. Das MacMillan Observatory ist freitags uns samstags von 20 Uhr bis Mitternacht für die Öffentlichkeit zugänglich, der Eintritt ist frei, aber eine kleine Spende ist gern gesehen. Da dies ein beliebtes Ausflugsziel ist, sollte man sich entweder kurz vor Öffnung oder bei nahender Geisterstunde auf den Weg hierher machen.

7. Lass den Himmel in Farben erleuchten – Wenn man Vancouver im Sommer besucht, hat man gute Chancen ein Feuerwerk zu sehen (kostenfrei selbstverständlich). Die Celebration of Lights ist ein Pyro-Show-Wettbewerb im Juli/August, an dem jedes Jahr mehrere Länder teilnehmen. Zudem kann man mit Sicherheit ein eindrucksvolles Feuerwerk am Canada Day (1. Juli) erleben. Eine gute Sicht hat man meist von English Bay, Kitsilano Beach und Vanier Park. Wer die Massen vermeiden möchte, zieht sich nach Jericho Beach zurück.

8. Beobachte die Grotesken, die Eitlen und die Nakten – mach eine Vancouver Beach-Tour. Die Strände dieser Stadt könnten unterschiedlicher und zugleich unterhaltsamer nicht sein. Sunset Beach liegt direkt beim internationalen Viertel West End und so gibt es hier von allem etwas. Es kann hier leicht passieren, dass jemand ohne musikalisches Talent einen Verstärker auspackt und eine ungebetene Showeinlage gibt. Wenn man aufstrebende Bademoden-Models flanieren und hippe Jugendliche in ihre iPhones vloggen sehen möchte, dann sollte man nach Kitsilano Beach kommen. Für den größten Unterhaltungswert muss man allerdings die Innenstadt verlassen und die 400 Treppenstufen zu Wreck Beach hinunter kraxeln. Dieser Strand ist die ‘Freizone’ der University of British Columbia. Hier sieht man Männer mittleren Alters bekleidet in Cowboy-Hüten, Pailletten-Westen und nichts weiter das Ufer auf- und ablaufen um Gras und Magic Mushrooms anzupreisen, in keinen Holzbuden wird exotisches Essen, Getränke und Hippie-Schnickschnack verkauft und Erstsemester zelebrieren ihre neu gewonnene Freiheit fernab von gesellschaftlichen Zwängen. Keine Angst, obwohl dies ein FKK-Strand ist, ist jeder willkommen. Nur rund die Hälfte aller Leute hier ist ganz ohne unterwegs. Die Polizei kommt zwar für den ein oder anderen obligatorischen Besuch vorbei, das hält den Spaß an diesem Ort der unbegrenzten Möglichkeiten allerdings nicht auf.

ChristChurch9. Genieß die Ruhe – jede vernünftige Städtereise enthält den Besuch einer historischen Kirche. Die Christ Church Cathedral direkt gegenüber der Bill Reid Gallery ist circa hundert Jahre alt und gehört zu den Gebäuden der Stadt, die man unbedingt gesehen haben muss. Dr. Sun Yat Sen Park, Vancouver.Man sollte sich allerdings nicht von der konservativen Fassade blenden lassen – diese Kirche ist bekannt dafür, gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu segnen und vor jeder Pride Parade einen Pride-Gottesdienst zu veranstalten. In Kontrast zu dem gotischen Stil dieser Kirche wurde der Dr. Sun Yat-Sen Park in Chinatown nach den Prinzipien des Feng Shui und des Taoismus entworfen. Während man für den Classical Chinese Garden Eintritt zahlen muss, ist der angrenzende Park frei zugänglich.

10. Helfe bei einer gemeinnützigen Veranstaltung – Ja, ihr habt richtig verstanden: Ich empfehle euch, während eures Urlaubs für umsonst zu arbeiten. ‘Volunteering’ ist ein wichtiger Teil der kanadischen Kultur (siehe:  Gemeinwohl – zwei Wege, ein Ziel) und es gibt keinen besseren Weg um mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen, als einen guten Zweck vor Ort zu unterstützen. Du kannst für einen halben Tag Wasser verteilen, die Gästeliste abhaken oder Zelte aufbauen. Spenden-Läufe, -Radtouren, -Konzerte und – Galas gibt es jeden Monat Dutzende in Vancouver, da ist für jeden etwas dabei. Als kleine Anerkennung bekommt man oft Häppchen und ein T-Shirt von der Veranstaltung, welches man dann stolz als Souvenir nach Hause bringt. Gelegenheiten zum Volunteering kann man auf den folgenden Webseiten finden: charityvillage.com, craigslist.ca und volunteeringvancouver.ca.

Bonus: Nicht kostenlos, aber jeden Cent wert:

11. Lust auf Spa? – Es gibt drei Massageschulen in Vancouver, in denen man sich von Auszubildenden durchkneten lassen kann. In Downtown bietet die Vancouver School of Bodywork & Massage verschiedene Massagen und Yoga-Therapie an (60 min./$30; 90 min./$40) und das Vancouver College of Massage Therapy hat Entspannungsmassagen sowie medizinische Massagen im Programm (75 min./$40). Das West Coast College of Massage Therapy in New Westminster bietet Massagen (75 min./$30) und andere Behandlungen an, unter anderem Infrarot-Sauna und Kräuterbäder. Man sollte seinen Termin hier frühzeitig online buchen, denn das Angebot ist beliebt. Obwohl alles, was Kundenservice einschließt, in Vancouver unglaublich teuer ist, kann man sich hier zudem überall in der Stadt für läppische $20 (14€) eine Maniküre gönnen. Jeden Tag eröffnen hier neue Nagelstudios und so ist die Konkurrenz groß, aber die Preise klein.  Angemessenes Trinkgeld (circa 15%) sollte man aber natürlich trotzdem geben.

12. Zurück zu dem Wurzeln – Entdecke die Geschichte der Menschheit und den Reichtum an Kultur auf dieser Erde. Das Museum of Anthropology ist eine international renommierte Institution und man kann leicht einen ganzen Tag hier verbringen. Das Museum bietet donnerstagabends von 17 Uhr bis 21 Uhr einen vergünstigten Eintrittspreis an ( $10 anstatt $18 regulärem Preis).

Header image: pixabay

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